Das hier gezeigte Sammlerstück aus der Sammlung von Modelly-Mitglied „Efrn“ orientiert sich am Rennwagen Nissan R390 GT1, einem GT1-Prototyp für Langstreckenrennen der späten 1990er Jahre. Die Baureihe wird meist als erste und einzige Generation geführt, gebaut in 1997–1998. Entwickelt wurde das Fahrzeug als Nissans Werkseinsatz für die 24 Stunden von Le Mans. Als Vorgänger im weiteren sporthistorischen Sinn kann man den Nissan Skyline GT-R LM nennen, der zuvor Nissans GT-Rennaktivitäten repräsentierte, technisch jedoch ein anderes Konzept verfolgte. Beim Nissan R390 GT1 arbeitete Nissan mit TWR zusammen; als zentrale Namen werden Tony Southgate für das Design und die technische Leitung sowie Ian Callum für die Formgebung genannt. Der Rennwagen nutzte ein Karbon-Monocoque, Pushrod-Radaufhängungen und einen mittig eingebauten 3,5-Liter-V8-Biturbomotor vom Typ VRH35L. Die Leistung wird je nach Abstimmung meist mit rund 550 bis über 600 PS angegeben, gekoppelt an ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe. Für Le-Mans-Verhältnisse waren Aerodynamik, Hochgeschwindigkeitsstabilität und Standfestigkeit die entscheidenden Entwicklungsziele.
Bei dem gezeigten Exemplar handelt es sich um ein Modellauto im Maßstab 1:18 von AUTOart Signature. Auf einem der Fotos ist das Zertifikat zu sehen, das die Ausführung als „Nissan R390 GT1 #22 Le Mans 1997“ bestätigt; außerdem ist eine Seriennummer abgebildet. Ebenfalls sichtbar ist die rote Präsentationsplatte mit der Beschriftung „Nissan R390 GT1 #22 LeMans 1997“. Für Sammler ist interessant, dass die Miniatur als Diecast-Modell gefertigt wurde, also auf Basis des Materials Druckguss. Das erkennt man hier nicht am Material selbst, aber es gehört zu den Angaben dieser Ausführung. Die Fotos zeigen das Modell frontal und in der Seitenansicht sowie zusammen mit Zertifikat und Sockel. Damit lässt sich die Linienführung gut einordnen: flache Front, breite Radhäuser, langes Heck und ein großer Heckflügel, wie man ihn vom Nissan R390 GT1 aus Le Mans kennt. Auch Details wie Antenne, Außenspiegel, Lufteinlässe und die typische Cockpitform sind auf den Bildern nachvollziehbar umgesetzt.
Der Nissan R390 GT1 wurde vor allem für die 24 Stunden von Le Mans entwickelt. Beim Debüt 1997 trat Nissan mit mehreren Fahrzeugen an. Das auf dem Modell dargestellte Auto mit der Startnummer 22 wurde von Erik van de Poele, Ralf Kelleners und Masahiko Kageyama gefahren; auf dem Zertifikat der Miniatur sind teilweise andere Namensschreibweisen bzw. eine modellinterne Zuordnung zu sehen, sichtbar ist dort jedoch klar die Nummer 22 und der Le-Mans-Bezug. 1997 war der Einsatz von Problemen und Lernprozessen geprägt, unter anderem durch die hohe Belastung über 24 Stunden und die Konkurrenz in der GT1-Kategorie. Trotz vorhandener Geschwindigkeit erreichte Nissan nicht sofort das Ziel, ganz vorne einzugreifen. Der Einsatz war aber wichtig, um Daten über Aerodynamik, Haltbarkeit und Reifenverschleiß zu sammeln.
1998 zeigte der Nissan R390 GT1 dann das deutlich bessere Gesamtresultat. In jenem Jahr kamen mehrere Fahrzeuge ins Ziel, darunter ein dritter Gesamtrang, was dem Projekt seine bekannteste Platzierung einbrachte. Zu den mit dem Modell eng verbundenen Fahrern des Programms gehörten unter anderem Martin Brundle, Thierry Boutsen, Jan Lammers, Erik Comas, Aguri Suzuki und Ralf Kelleners. Der motorsportliche Stellenwert des Nissan R390 GT1 liegt weniger in einer langen Titelliste als in seiner Rolle als technisch anspruchsvoller Le-Mans-Rennwagen einer Übergangsphase. Die GT1-Regeln ermöglichten sehr weit entwickelte Fahrzeuge, die sich in Richtung Prototyp bewegten. Genau hier ist der Nissan R390 GT1 ein typisches Beispiel: geschlossene Karbonstruktur, kompakte Turbo-V8-Einheit, effiziente Luftführung und eine Karosserie, die auf geringe Stirnfläche und Abtrieb ausgelegt war. Für Sammler ist das relevant, weil die Form des Autos stark von seiner Funktion bestimmt wird und viele sichtbare Elemente – Lüftungsöffnungen, Heckflügel, lange Überhänge und breite Spur – direkt aus dem Reglement und dem Einsatzzweck abgeleitet sind.
Die Lackierung des Modells entspricht dem bekannten Le-Mans-Auftritt mit klarer Zweifarbigkeit in Schwarz und Rot. Die Frontansicht zeigt eine schwarze Basis mit roter Motorhaube und rotem Dachbereich. Auf der Fronthaube steht groß UNISIA JECS über ZEXEL, auf der Windschutzscheibe ist NISSAN angebracht. Seitlich dominiert die große weiße Beschriftung UNISIA JECS und ZEXEL auf schwarzem Grund, dazu die Startnummer 22 in weißen Feldern sowie die japanische Flagge. Weitere sichtbare Sponsoren und Marken sind Bridgestone, Calsonic XANAVI, Idemitsu, Tamiya, NGK, Ichikoh und nismo. Der Heckflügel trägt seitlich und auf der Flügeloberseite den Schriftzug NISSAN. Die Räder sind silbern ausgeführt, mit blau abgesetzten Zentralbereichen. Die Frontpartie zeigt die charakteristischen Scheinwerfereinheiten und runden Zusatzscheinwerfer im unteren Bereich. In der Seitenansicht fällt die niedrige Dachlinie mit der langen Verglasung auf, außerdem die Luftführung vor und hinter den Hinterrädern. Dieses Modellauto im Maßstab 1:18 von AUTOart Signature wirkt auf den Fotos präzise proportioniert; die Form des Originals wird durch die niedrige Haltung, die klar getrennten Farbfelder, die feinen Decals und die sauber dargestellte Renntechnik gut transportiert. Gerade für Sammler von Le-Mans-Modellen, Nissan-Rennfahrzeugen und GT1-Fahrzeugen ist die Kombination aus dokumentierter Startnummer, sichtbarem Zertifikat und markanter 1997er Rennlackierung ein sachlich interessantes Gesamtpaket.