Lockheed F-117 A Nighthawk (1:200, Hogan)

  • Lockheed F-117 A Nighthawk (Ab 1982)
  • Hogan
  • 1:200
  • Standmodell / Unangetrieben
  • Metall / Druckguss
  • Grau
  • Neu und original verpackt
  • OVP/Karton ist vorhanden
  • Das Modell ist unverkäuflich
 
Modell Lockheed F-117 A Nighthawk von Hogan 1:200 2

Beschäftigen wir uns nun etwas mit der Tarnkappentechnik im Flugzeugbereich. Ich hatte ja bereits darauf hingewiesen, dass die F-18 in kleinerem Rahmen und der Eurofighter in größerem Umfang diese Technik verbaut haben. Auch die SR-71 glänzte bereits mit hervorragenden Tarneigenschaften. Nun wollen wir uns allerdings mit einer noch etwas kompromissloseren Erscheinungsform befassen.

Es gibt unterschiedliche Arten, wie Gegenstände bemerkt werden können. Flugzeuge können durch ihre Optik, ihre Akustik, Hitze, Infrarot und Radar geortet werden. Hier wollen wir uns nun mit der Radar-Technik befassen. Hierdurch werden Radarwellen von Radarsystemen an die Umgebung übertragen. Treffen diese auf einen Gegenstand, so werden die Radarwellen reflektiert. Damit ist es möglich, die Position, die Größe und die Geschwindigkeit des Gegenstandes zu bestimmen.

Im zweiten Weltkrieg wurde Radar zur Ortung von gegnerischen Flugzeugen genutzt. Insoweit war es von nun an für eine erfolgreiche Kriegsführung von entscheidender Bedeutung, vom Gegner nicht entdeckt zu werden. Die USA verspürten einen erhöhten Druck, ihre Flugzeuge zu tarnen, nachdem die Sowjets über ausgeklügelte Radarsysteme verfügten und damit ihren Luftraum überwachten. Nachdem das Spionageflugzeug U2 vom Radar entdeckt und abgeschossen wurde, wurde den USA klar, dass diese nun nicht mehr in den sowjetischen Luftraum eindringen konnten. Die USA hatten die Sorge, dass sich die Sowjets nun nicht mehr vor den USA fürchteten und einen nuklearen Erstschlag starten könnten. Man brauchte deshalb dringend Flugzeuge, um die sowjetische Radarabwehr austricksen zu können.

In den 1970er Jahren forderte die Air Force deshalb von den Flugzeugherstellern in feindliches Gebiet vordringen zu können, ohne vom Radar entdeckt zu werden. Die Air Force regte hiernach ein spezielles Forschungsprogramm an, wonach der Entwurf eines Kampfflugzeugs mit möglichst kleiner Radarsignatur entwickelt werden sollte. Lockheed konnte letztlich überzeugen, nachdem Lockheed bereits die SR-71 Blackbird gebaut und mit Tarnkappeneigenschaften ausgestattet hatte. Überdies verfügte Lockheed über eine Sonderabteilung, die sich ausschließlich mit hochgeheimen Sonderlösungen befasste. Genau eine solche hochgeheime Sonderlösung sollte die Entwicklung und der Bau der F-117 werden.

Die F-117 sollte zum Meilenstein in der Tarnkappentechnologie werden. Sie sollte einen möglichst kleinen Radarquerschnitt haben. Dies wurde dadurch erreicht, dass alle Kanten im gleichen Winkel ausgerichtet werden. Die Konturen wurden so speziell geformt, dass das Radarecho zerstreut wurde. Alle Flächen wurden abgeschrägt und die verwendeten Materialien absorbierten die Radarsignale, anstatt diese zu reflektieren. Am Ende hatte die F-117 die Form eines Diamanten und die Radarsignatur eines Insekts. Diese besondere Form hatte letztlich allerdings aerodynamische Nachteile. So erreichte die F-117 nicht sehr viel höhere Geschwindigkeiten als 1.000 km/h. Sie war auch nicht besonders wendig.

Im Jahre 1976 stand das Design des „Tarnkappenbombers“ weitgehend fest und es wurden zwei Prototypen gebaut. 1977 flog der Prototyp erstmals. Allerdings war er in allen Achsen instabil, sodass er nur mit computergestützten Kontrollsystemen fliegen konnte.
Im Jahre 1978 wurden weitere 5 Prototypen gebaut, die schließlich um ungetarnte Elemente aufgerüstet wurden. Dies betraf Bombenschächte, Antennen und Waffensuchsysteme.
1979 wurde schließlich die Inbetriebnahme der neuen Maschine vorbereitet und es wurden zahlreiche Testflüge ausschließlich nachts durchgeführt.
1981 stand schließlich der erste echte Prototyp, der sehr nahe an der Serienreife war. Alle Waffen befanden sich im Inneren des Flugzeugs. Sämtliche Kanten und Nähte konnten Radarwellen reflektieren, jede Türkante war sägezahnförmig gestaltet. Dies galt auch und insbesondere für die Klappen des Cockpits, des Fahrwerks, der Wartungsbereiche und der Waffendepots.
Alle Flugzeuge wurden schwarz lackiert, da diese nur in der Nacht eingesetzt werden sollten. Um auch vor Infrarot geschützt zu sein, wurden die Abgase am Heck ausgesprüht, um die Temperaturen zu minimieren.

Man muss bedenken, dass die Öffentlichkeit erst im Jahre 1988 von der F-117 erfuhr. Zu diesem Zeitpunkt war die F-117 bereits 5 Jahre im Dienst. Die USA haben dieses Tarnkappenprojekt konsequent über einen sehr langen Zeitpunkt als hochgeheim gelebt.

In der Serienmaschine ersetzten Computersysteme und Sensoren die mechanische Kontrolle und führten damit eine Technik ein, die heute einen Standard bei Tarnkappenbombern darstellt. Auffällig sind an der Maschine die vier vorne angebrachten Rohre, mit denen die Maschine ihren Bewegungsort, die Höhe und die Geschwindigkeit ermittelt. Alle somit gesammelten Informationen werden direkt mit dem eigenem Computersystem gekoppelt. Der Pilot fliegt zwar noch unter Verwendung eines Knüppels, doch der Computer nimmt stets Korrekturen vor.

Die F-117 verlässt sich im Rahmen ihrer Einsätze voll auf ihre Tarnung. Sie führt keine Waffen mit sich, um sich zu verteidigen und auch die Geschwindigkeit ist nicht geeignet, um Raketen und anderen Kampfflugzeugen zu entkommen.
Sie ist aber in der Lage, mit höchster Präzision Bodenziele zu bekämpfen. Insoweit verfolgt sie beispielsweise das Ziel, feindliche Radarsysteme zu zerstören, um damit nicht getarnten Kampfflugzeugen mit größerer Tragkraft eine ungestörte Operation zu ermöglichen.

Die F-117 war der erste Tarnkappenbomber, der sich tatsächlich im Gefecht beweisen musste. So geriet die F-117 1991 im Irak-Krieg während der Operation „Dessert Storm“ in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Dort flog sie fast 1.300 Einsätze und war für die Zerstörung von fast 40 % aller Ziele verantwortlich. Keine einzige F-117 ging im Irak verloren. Die USA argumentierten, dass der Gegner nichts schlagen könne, was er nicht sehen würde. Die F-117 zerstörte in nur einer Nacht das zentrale Kommunikations- und Kontrollzentrum des Iraks, welches das Herzstück des Luftabwehrsystems war. In der Folge konnte der Irak keinen koordinierten Krieg mehr führen.

Die Einsätze der F-117 veränderten die Kriegsführung, denn niemand realisierte ihren Angriff, bis Rauch aufgestiegen war.

12 Jahre später beherrschte die F-117 im Rahmen der Operation „Iraqi Freedom“ neuerlich den Himmel. Dort flog sie mehr als 100 Einsätze, bei der keine einzige F-117 beschädigt wurde. Die F-117 erreichte eine Trefferquote von 92 %. Die Piloten der F-117 bestätigten, dass sie sich zu keiner Zeit vom Gegner verfolgt gefühlt hätten.

Bekannt ist aber auch, dass mindestens eine F-117 im Rahmen von Kampfeinsätzen zerstört wurde. 1999 wurde eine F-117 im Jugoslawienkrieg über Serbien abgeschossen. Zunächst wurde sie von einer MiG-21 angegriffen und beschädigt und schließlich von einer Boden-Luft-Rakete zerstört. Der Pilot konnte von US-Truppen gerettet werden.

Die F-117 wurde von 1982 bis 1990 in einer Stückzahl von 64 gefertigt. Offiziell wurde sie im Jahre 2008 außer Dienst gestellt, doch sie wurde auch danach immer wieder im Rahmen von Tests eingesetzt. Wer weiß, ob die F-117 tatsächlich nicht mehr für Kampfeinsätze vorgesehen ist. Im Zweifel ist dies eben „top secret“.




Autor: C209
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